Aufgrund unterschiedlicher Regelungen auf Länderebene war es den öffentlichen Auftraggebern früher schwer, die Strafregister der Unternehmen zu überprüfen. Um Wirtschaftskriminalität im öffentlichen Beschaffungswesen wirksamer zu ahnden, erstellte der Gesetzgeber ein zentrales Register, um die Veröffentlichung von Aufzeichnungen zu vereinheitlichen und zugänglicher zu machen. Das Register soll bis 2020 eingerichtet werden und im Bundeskartellamt untergebracht sein. Die Antwort der Bundesebene auf die komplexe Struktur auf Landesebene ist die UVgO. Da die Bundesländer die Freiheit haben, die UVgO teilweise zu übernehmen, ist nicht klar, ob alle Bundesländer die UVgO im gleichen Umfang übernehmen werden. Wie Beobachter betonen, bedeutet dies, dass Inkonsistenzen möglicherweise über die staatlichen Regulierungsrahmen hinweg bestehen bleiben könnten, je nachdem, wie die einzelnen Staaten bei der Annahme der UVgO oder alternativer Regelungen vorgehen (Ley, Altus und Wankmüller, 2017[24]; Vergabeblog, 2017[53]; DStGB, 2017[54]). Als einziges Bundesland ohne staatliches Vergaberecht bildet Bayern eine Ausnahme, wie in Kasten 2.2 weiter unten beschrieben. Das wirtschaftlich günstigste Angebot gewinnt das Vergabeverfahren (Paragraf 127 Absatz 1 GWB). Daher ist der Preis in den meisten Fällen sehr relevant, und den öffentlichen Auftraggebern ist es gestattet (und nachdrücklich empfohlen), zusätzliche Kriterien wie Qualität, Betriebskosten, Ästhetik, Zeitplan, Wirtschaftlichkeit und technischen Wert festzulegen. Darüber hinaus kann von den Bietern erwartet werden, dass sie weitere Anforderungen wie soziale, ökologische oder innovative Aspekte erfüllen, wenn diese in direktem Zusammenhang mit dem Vertragsgegenstand stehen.

Die Liste der zusätzlichen Kriterien in Abschnitt 127 Absatz 1 GWB ist nicht beschränkt, und dem öffentlichen Auftraggeber wird bei der Festlegung dieser Kriterien ein Ermessensspielraum zuerkannt. • Abschaffung der Unterscheidung zwischen “Teil A” und “Teil B” Dienstleistungen, so dass Dienstleistungen nicht mehr je nach ihrem Potenzial für den grenzüberschreitenden Handel unterschieden werden. • legt spezifische Vorschriften für die Nutzung öffentlicher Aufträge im Wasser-, Energie-, Verkehrs- und Postsektor fest. Vor der Vergabe kann der öffentliche Auftraggeber Änderungen vornehmen, soweit er die allgemeinen Grundsätze der Gleichheit und Transparenz achtet. Die UVgO hat die Vorschriften über und unter der EU-Schwelle erfolgreich angeglichen, aber es bleiben Herausforderungen. Mit der Umsetzung des UVgO wurde der Rechtsrahmen unterhalb der EU-Schwelle modernisiert, um den EU-Standards zu entsprechen. Diese Modernisierung hat die Verfahren gestrafft, indem die Vorschriften unterhalb der Schwelle an die über der Schwelle liegenden Vorschriften, insbesondere die VgV,(Frenz, 2018[22]) angeglichen wurden. Kritiker argumentieren, dass die UVgO weniger benutzerfreundlich ist als die Verordnung, die sie ersetzt hat, da sie von 20 Absätzen auf 52 erhöht wurde.

Außerdem sei es möglich gewesen, die Rückstellungen im UVgO zu reduzieren, ohne Regulierungslücken zu hinterlassen (BDI, 2016[23]); (Ley, Altus und Wankmüller, 2017[24]). Darüber hinaus haben Kritiker erklärt, dass die Aufnahme regelmäßiger Verweise auf das Gesetz und die Verordnung über die Vergabe von Aufträgen über der EU-Schwelle die Praktiker verpflichtet haben, beide Verordnungen über und unter der EU-Schwelle parallel zu lesen, um das Gesetz korrekt auszulegen (Ley, Altus und Wankmüller, 2017[24]). Andere Beobachter haben die neue UVgO und ihre Regeln für unterschwellige Beschaffungen positiver bewertet. Sie haben hervorgehoben, dass Verbesserungen in den Vorschriften für Beschaffungen oberhalb der Schwelle erfolgreich in Vorschriften für Verfahren unterhalb des Schwellenwerts widergespiegelt wurden.